50 Jahre Jugendfeier
in der Jadestadt

1949 wurde die erste Jugendweihe nach Kriegsende mit 18 Jugendlichen in der Jugendherberge in Wilhelmshaven, von der bis dahin losen Arbeitsgemeinschaft "Jugendweihe" durchgeführt.
Bis 1954 stieg die Teilnehmerzahl an den Jugendweihen bis auf 128 Jugendliche jährlich,
so dass als Veranstaltungsort für eine Zeit lang sogar das damalige Kino "Regina" zu klein erschien.
Danach wurde die Teilnehmerzahl kontinuierlich geringer von 1957 mit 70 Jugendlichen bis in die 90er Jahren mit ca. 10-12 Jugendlichen.


Jugendweihe 1950 in der Schule Krähenbusch


Und so sahen die Urkunden damals aus.

 

 

Bewahrt euch euer eigenes Denken!

"Feierlich sollt  ihr abschied nehmen von der Kindheit und feierlich sollt ihr eintreten in den Lebenskreis der Erwachsenen.
Der zweite, größere Teil des Lebens liegt vor euch. Es ist ein wahres Heiligtum, das ihr betretet."

So sprachen Mitte der sechziger Jahre die Festredner der Jugendweihen zu den Jugendlichen. Aus heutiger Sicht sehr pathetisch.

 


Jugendweihe 1965 in der Aula der Gewerblichen Berufsschule – Rheinstr.

 

Wehrt euch durch kritisches Denken!

J
ugendweihe 1975 in der Aula der Gewerblichen Berufsschule – Rheinstraße

"Übernehmt von den Erwachsenen nicht die alt eingeprägten Vorurteile! Wehrt euch dagegen durch kritisches Denken!
Sollten wir nicht alle dafür sorgen, dass die Natur es doch noch schafft den denkenden Menschen hervorzubringen der sich der Humanität verpflichtet fühlt und dementsprechend handelt?"

So sprach 1970 Studienrat Franz Hinz aus Osnabrück in seiner Festrede.

 

 

Fast 300 Freunde des freien Geistes aus Wilhelmshaven und Friesland, sowie viele Vertreter des öffentlichen Lebens, hatten sich in der festlich geschmückten Aula der KKS zu Ehren der jungen Menschen eingefunden.
In seiner Feierrede rief der Sprecher der Landesgemeinschaft Niedersachsen, Jürgen Gerdes, zu:
"Seid tolerant und rücksichtsvoll. Setzt euch aber auch für eure eigenen Rechte ein. Verteidigt eure demokratischen Freiheiten, die von euren Großeltern und Eltern erkämpft wurden."
Nach Übereichung der Urkunden durch Folkert Heeren wurden die Weihlinge unter den Klängen festlicher Musik in die Welt der Erwachsenen entlassen.

40. Jugendweihe der Freireligiösen


Jugendweihe 1988 in der Aula der Käthe-Kollwitz-Schule


Nach der Umbenennung der "Freireligiösen"  in "Freie Humanisten"  Ende der achtziger Jahre
folgte 1991 die Umbenennung der "Jugendweihe"  in "Humanistische Jugendfeier".

 

Toleranz ist eines der Ideale
Humanistische Jugendfeier in Wilhelmshaven / Landessprecher zu Gast

Jugendfeier 1994 in der Aula der Käthe-Kollwitz-Schule
Die musikalische Begleitung der Feier hatten  Günter Gall und Wolfgang Meyering aus Osnabrück übernommen.

Die WZ schrieb am 13.03.1994
Die Feierrede hielt der Landessprecher der Freien Humanisten, Jürgen Gerdes aus Hannover. "Erwachsen zu werden bedeutet", sagte Gerdes, "unabhängiger und verantwortlicher zu werden, Toleranz gegenüber anderen Menschen zu erlernen, unabhängig von ihrer Kultur, Rasse, Religion oder Herkunft." Erwachsen sein bedeute auch, Mitmenschlichkeit, menschliche Solidarität und Humanität zu praktizieren. Zwar würden die Humanisten nicht an einen Gott glauben. "Das heißt aber noch lange nicht, dass wir an alles mögliche glauben, wie es jüngst ein Landtagsabgeordneter behauptet hat", machte Gerdes unter dem Beifall der Anwesenden deutlich. Humanisten hätten Ideale, eines davon sei Toleranz. "Toleranz ist das Ertragen des anderen in der Absicht, ihn besser zu verstehen", zitierte Gerdes zum Abschluss seiner Rede einen Ausspruch von Alexander Mitscherlich.

 

Die WZ Schrieb am 14.05.1996
Udo Becker aus Idar-Oberstein, der die Jugendfeier als Sprecher leitete, führte aus, dass "Mensch-Sein" immer von der Reife und vom Gewissen des einzelnen abhänge. Dazu gehöre das Verständnis, dass der Mensch ein Stück Natur sei. Zwar besitze er allein Verstand, aber ohne die Umwelt könne er nicht existieren. Toleranz, Verständnis und Rücksichtnahme, mit denen die Instinkte überwunden würden, sollten den Menschen auszeichnen, so Becker.

Mensch werden und sein


Jugendliche 2 Wochen vor ihrer Jugendfeier 2001

 


Jugendfeier 2002 in der Aula der IGS

"Wir wollen frei sein!"

So lautete 2002 das Plädoyer der Jugendlichen an ihre Eltern. Worauf Landessprecher Jürgen Gerdes in seiner Festansprache antwortete:

"Es stimmt nur zum teil, dass man ohne die Religion viel freier ist. Es liegt nun an euch, die Grenzen der Freiheit zu entwickeln. So frei wie man sich das als Jugendlicher vorstellt, ist man als Erwachsener nie."

Und trotzdem ist und bleibt unsere Humanistische Jugendfeier eine "Emanzipations-Feier", der Beginn einer Wendezeit zum Erwachsenenwerden, die mehr Möglichkeiten bietet.

In diesem Sinne werden wir am 15. Juni 2003 mit zehn Jugendlichen zusammen  eine neue Feierstunde zelebrieren. Diese Feier, die öffentlich ist, beginnt um 10:30 Uhr und findet in der Aula der IGS Friedenstraße in Wilhelmshaven statt.

 

Weitere Informationen unter...

Wolfgang Eiben, Lilienburgstr. 36, 26384 Wilhelmshaven, Tel. 37190
E-Mailwilhelmshaven@humanisten.de